Moin Herr Ströbele,

da ich auf der Grundlage angewandter absurder Philosophie als  unabhhängige_r Kandidat_in für das Direktmandat des Wahlkreises 83  antreten werde, ist mir an einem Austausch mit Ihnen gelegen.

Bis Mitte Mai verweile ich bei meinen Freunden in Havanna, und ich  lade Sie herzlich ein, mich hier zu besuchen. Darüber hinaus gestaltet  sich die Kommunikation, die über das schriftliche hinausgeht, als etwas  kostspielig oder umständlich, aber das sollte uns nicht daran hindern,  Meinungen auszutauschen.
 

Ich würde gern ein Interview mit Ihnen führen, das auf die  grundlegenden Fragen der Machtausübung abzielt: die Frage der  Legitimation, bzw. Ihrer Herbeiführung. Ich denke auf der Grundlage der  aktuellen politischen Entwicklungen auf Bundes- und internationaler  Ebene ergeben sich daraus viele interessante Gesprächsthemen.

Sie finden allerlei Informationen zu meiner politischen Figur und  meiner Kampagne verstreut im Internet, und nachdem ich hier auf Kuba  unterschiedliche kulturelle und nachhaltige Projekte als 'Inkubator'  initiiert habe und begleite (in dieser Gesellschaft liegt ein schier  unermessliches 'nachhaltiges' Potential, das bei mir die Frage aufwirft,  warum die Gesellschaft so wenig Unterstützung durch die globale  Zivilgesellschaft erhält), werde ich die kommenden Wochen nutzen, um  meine philosophische Weltsicht und das daraus resultierende  Politikverständnis (max. Transparenz, größtmögliche Partizipation =  kompromissgestützte Alternativpolitik statt alternativloser  Kompromisspolitik) darzulegen und meine Kampagne mit Unterstützung aller  Willigen weiter voranzutreiben.
 

Gegebenenfalls empanzipieren sich ja auch weitere Bundesbürger_innen  und entschliessen sich, ebenfalls auf unabhängiger Basis unter der  gleichen Losung anzutreten, ein Blick in das Bundeswahlgesetz zeigt,  dass alle Zeit der Welt bleibt um eine sgnifikante innerparlamentarische  parlamentkritische Oppotision herbeizuführen. Mich würde das überaus  freuen, da ich darin ein großes Potential sehe, die -vermeintliche oder  reale- Politikverdrossenheit auf die Probe zu stellen und dabei  insbesondere erstarkende populistische und menschenfeindliche Randkräfte  in die Schranken zu weisen.

Für mich steht fest, dass es seit meiner 'existentialistischen  Selbstfindung' kein Scheitern gibt, von daher können Sie sich sicher  sein, dass mein Name im September auf dem Wahlzettel erscheint. Durch  meine ökoalternative Sozialisierung und meinen bisherigen Lebenswandel  (Erstmalige Politisierung gegen Neonazis [s.  http://www.taz.de/!687654/], Erneuerbare Energien, Genossenschaften  etc.) bin ich wohl nicht ohne Grund zeitweise hbs-Stipendiat gewesen und  stehe weiterhin zu meiner relativen Nähe zum Wertekanon der grünen  Partei. Von daher wäre es mir eine große Freude, mit Ihnen über  rekonstruirende Ansätze angesichts der nicht unbedingt positiven  Entwicklung unserer Weltgesellschaft in Austausch zu gelangen. Damit Sie  einen Eindruck von mir bekommen können, hänge ich Ihnen einen (leider  nicht ganz aktuellen) Lebenslauf an.

Bitte zögern Sie auch nicht, diese E-Mail an andere interessierte  Menschen oder Institutionen jeglicher Art weiterzuleiten. Ich bin ein  großer Freund des Dialogs und will meine Kandidatur nicht als Angriff  auf die grüne Partei verstanden wissen, sondern viel mehr als meinen  bescheidenen Beitrag, die politische Kultur zu beleben und bestimmte  Werte zu propagieren; Ich sehe mich als radikalphilosophische  Alternative.
 

Aber ich greife mit diesen Ausführungen unserem Gespräch voraus und  will ihre Zeit nicht weiter ungebeten in Anspruch nehmen. Ich  verabschiede mich mit meiner Losung und wünsche Ihnen, dass Sie  entspannte und erfüllende letzte Monate als MdB verbringen und darüber  hinaus natürlich noch ein schönes Leben.

Hasta la muerte siempre

Fabian Cyvel Lohmann

PS: Mir gefällt die Duzkultur der grünen Freund_innen und meinetwegen können wir sie auch zwischen uns etablieren.

PPS: Ich werde diese E-Mail auch im Internet veröffentlichen. Sollten  Sie einverstanden sein damit, dass ich auch Ihre Antwort publiziere,  dann schreiben Sie das bitte.