Das erste Mal ... beim Frisör (auch als Podcast, mit kleinen Extras)

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Selbstgespräche - Nicole erzählt vom ersten Mal

Als ich das erste Mal zum Frisör ging, war ich vierzehn Jahre alt. Noch zu meiner Konfirmation im Jahre 1984 trug ich meine Haare lang und offen. Doch danach wünschte ich mir Locken.

In den achtziger Jahren war Dauerwelle der Hit. Jeder trug die Haare lockig. Das war cool, das war kultig, das waren die achtziger Jahre. Und ich hatte meine langen Haare satt. Ich ging zu einem kleinen Frisör in unserer Stadt. Die Damen waren erst überrascht, dann strahlten sie über das Gesicht, denn die Hälfte meiner Haare mussten die Schere spüren und dieser Teil wurde damals teuer verkauft. Ich wusste das nicht. Ich war jung, auf der einen Seite entschlossen, auf der anderen verunsichert. Und ich hatte ein paar Tränen in den Augen, als die Haare fielen. Darum stimmte ich nur mit einem Nicken zu, als ich gefragt wurde, ob meine Haare weitergegeben werden durften.
Die Dauerwelle dauert lange. Mir ist bis heute nicht klar, ob Dauerwelle deswegen so heißt oder ob die Wellen eher dauerhaft in den Haaren bleiben sollen. Wie auch immer: Der Geruch war chemisch und penetrant. Und am Ende war ich nicht mal zufrieden mit meinen Locken. 

Ich erinnere mich noch gut, dass mein erster Gang zum Karstadt war, ich dort auf die Toilette ging und an meinem Pony herumzupfte, das viel zu kurz geworden war. 

Niemand erkannte mich auf dem Weg nach Hause. Ich verkroch mich in meinem Zimmer. Meinen Schritt bereute ich, aber nun war es geschehen. Ich bin danach vielleicht noch ein- oder zwei Mal zum Frisör gegangen, um ein Update der Dauerwelle zu erhalten, denn rausgewachsene Locken sehen mächtig scheiße aus.
Irgendwann ließ ich es wieder. Die Wellen habe ich rauswachsen lassen und die Haare selbst geschnitten. Das konnte ich gut.

Wenn ich mit einem Delorean in die Vergangenheit reisen könnte, würde ich mich dem Achtziger-Jahre-Dauerwellen-Kult nicht mehr anschließen. Und ich bin mir sicher, ich säße nicht alleine im Auto. :-)

Wusstest du übrigens, dass auf meiner beruflichen "Ich-möchte-werden" - Liste der Beruf der Friseurin sehr weit oben stand. Meine Eltern haben mir den Beruf ausgeredet. Der Ruf war damals - in den Achtzigern - nicht sehr hoch. Das sehe ich heute völlig anders, darum gehe ich auch wieder ab und an zum Frisör. Allerdings lasse ich keine Dauerwelle an meine Haare.
Und längst bin ich auf Haarseife, Arganöl oder Sheabutter umgestellt. Chemie kommt mir nicht mehr auf den Kopf. Wellen habe ich wieder, aber das ist natur.

Zu den Fotos

Die Fotos stammen aus den Jahren 1983 und 1985. Eine Freundin hat mich gerne "zurecht" gemacht und fotografiert, so entstand das ältere Foto, auf dem ich noch lange Haare habe.  

Das zweite Foto zeigt mich 1985. Karneval. Der Name des Kostüms? Phantasie mit Schneegestöber möglicherweise. Auf jeden Fall ein bisschen sexy, wenn da diese Haarschleifen nicht wären. Naja. Wir befinden uns immer noch in den Achtzigern, nicht vergessen.


Das nächste Mal reisen wir noch weiter in die Zeit zurück und ich erzähle dir von meinem ersten Kuss. Oha...

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