Advocatus Diaboli
 

Stille. Nichts als dieses verkrampfte Rauschen. Das Überbleibsel verbissener Resilienz eines geschundenen Geistes füllt in dieser reizlosen Umgebung mein gesamtes Aufmerksamkeitsgebot. Alle Sinne beben und schwingen auf dieser Frequenz. Ist es das kosmische Hintergrundrauschen oder das Nachhallen eines erzürnten Gottes, der diese unliebsame Erde in einem Anfall tosender Indignation schuf? Ein Atheist würde sagen meine Nervenzellen verursachen Fluktuationen, die sich durch Konzentrationskraft widerstrebend selbst aufrecht erhalten. Was auch immer es ist, es ist mir rein situativ eine Vorwarnung. Wenn ich richtig in der Scheiße stecke und mich frage welche Köpfe rollen mussten, um mir oder einem meiner wohlhabenden Klienten den roten Teppich bis vor des Richters unsagbar schwerem Hammer zu legen fühle ich meistens genau das. Ein gähnend leeres Rauschen aus dem endlosen Rachen der unstillbaren Bestie, dessen Zähne sich unter die Haut nagen, in mir einen Resonanzkörper finden und sich als mein Gewissen manifestiert. Diesmal bin ich dran. Es kann nicht sein, dass das mein Antritt zur letzten Etappe sein wird. Nein. Das Echo der Vergangenheit ist nur an der Oberfläche immateriell. Die Zukunft schlägt in meinem Korpus.