Biographie: Wie der Mann in den Wald kam...
 
Hey zusammen, dies hier ist ein Beispiel-Text... da ihr ja noch keine Texte von mir kennt und ich dachte einen solltet ihr mal gelesen haben bevor ihr die Katze im Sack kauft! ;-) Vielleicht könnt ihr ja was damit anfangen. Alle anderen Texte die ich noch hier reinstellen werde sind ähnlich geschrieben... haben aber wahrscheinlich noch mehr Rechtschreibfehler... Zumindest vorläufig! Viel spaß! :-) 

Ich, mit vollem Namen sogar ein Benjamin, und ein Tüxen, wurde 1984 in Hannover geboren. Ca. 25 Jahre später bekam ich von meinem Onkel ein tolles Buch mit dem Titel: „Handbuch für Ihre Karriere“ geschenkt. Beim Aufschlagen des ersten Kapitels wurde mir klar, dass ich soviel wohl doch nicht falsch gemacht haben kann. Denn das Kapitel lautete: „Richtig geboren werden“. Demzufolge hatte ich schon mal das richtige Land ausgewählt und war bei der Wahl meiner Eltern auch ziemlich Umsichtig vorgegangen. Als Kind eines Botanikers und einer Erzieherin und Heilpädagogin hätte ich es wirklich schlimmer treffen können, zumal ich mich entschieden hatte, auf den teuren Luxus von Geschwistern zu verzichten. Okay, die daraus resultierende soziale Inkompetenz konnte ich erst Jahre später ausgleichen, jedoch wurde dieser „Nachteil“ von zahlreichen tollen Spielsachen mehr als wettgemacht. 

Jedenfalls war ich, soweit ich mich erinnere, ein sehr umgängliches Kind. Dies kann im Übrigen auch den wissenschaftlich korrekten Aufzeichnungen meines Vaters entnommen werden. Es ist schließlich allgemein bekannt, dass alles , was von einem Mensch mit „Dr.“ oder „Science“ im akademischen Titel verfasst wird, selbstverständlich immer über wissenschaftliche Korrektheit verfügt (bei meinem Vater mag diese Aussage sogar wirklich zutreffen). Natürlich auch dann, wenn es sich um eine Autobiografie auf der eigenen Website handelt. 

Nun gut, nachdem ich Kapitel 1 meiner Karriere einigermaßen erfolgreich absolviert hatte, wurde es umgehend Zeit für das nächste Kapitel! Von modernen Eltern und deren Kindern kann man lernen, dass es nichts Wichtigeres für die Erziehung von Kleinkinder gibt als: FÖRDERN, FÖRDERN, FÖRDERN!!! Lernt gefälligst Englisch bevor ihr krabbeln könnt!!! Inzwischen  habe ich meinen Eltern zwar Verziehen, muss aber sagen, dass sie hier völlig versagten. Weder bekam ich Klavierstunden, noch wurden meine kommunikativen Fähigkeiten durch sofortigen Kontakt zu anderen Einjährigen in der Krabbelgruppe gestärkt. Die Folgen sind heute noch spürbar. Ich sitze allein im Wald und spreche mit einer Kamera... Aber gut, das konnten meine Eltern natürlich nicht wissen. Schließlich konnte man Erziehungstipps damals noch nicht googeln. Zwar besitzen wir mehr Bücher als manch kleine Stadtbibliothek, aber es ist nichts  dabei, was meinen Eltern damals weitergeholfen hätte, auch nicht die sonst so hilfreichen „Pflanzengesellschaften Nordwestdeutschlands“. 

Dann wurde es noch schlimmer. Anstatt sofort ein Handy oder wenigstens einen Solar-Taschenrechner (war damals auch Hightech) geschenkt zu bekommen, bekam ich Bauklötze! Jedoch  nicht die tollen bunten aus Plastik, die wenigstens nicht so bitter nach Holz-Extraktstoffen schmecken, wenn man sie sich in den Mund steckt, nee,Außerdem waren sie auch nicht besonders multifunktionell. Man konnte nur möglichst hohe Türme damit bauen. Kaum war ein Turm mal halbwegs hoch, krachte er auch schon zusammen. Dann musste man halt wieder von vorne anfangen. Naja, rückwirkend betrachtet war das dann vielleicht doch pädagogisch einigermaßen/ganz wertvoll: scheitern und wiederaufbauen. Es soll ja Leute geben, die von so einer Fähigkeiten später einmal profitieren. Ich verstehe nichts  davon. Dafür habe ich ja das „Handbuch für Ihre Karriere!“

Ich hatte gerade die korrekten akademischen Titel meiner Eltern verinnerlicht, also Mama und Papa (seltsamerweise war die Produktion von Worten etwas, das ich schneller als andere Kinder erlernte, was jeden, der mich heute kennt sicher überrascht), da wurde ich im Kinderwagen unter „Holz“ durchgeschoben. Es war anderes Holz als ich gewöhnt war, denn da war so ne komische raue Hülle Drumherum und so komische grüne Dinger hingen daran. Jedenfalls dachte ich mir: „Hm, schon ne ziemlich coole Angelegenheit dieses Holz mit den Blättern dran. Ich glaub, ich sollte hinausziehen in die Welt und jedem, der es nicht hören will, was dazu erzählen“. Hab ich damals zum ersten Mal gemacht. Natürlich hatte ich noch nicht so viel studiert, daher war mein erster Vortrag noch eher kurz. 

„Baum“ hab ich gesagt. 

Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung, konnte mir mein Vater bestätigen, dass ich damit wohl recht hatte. 

Nach diesem anfänglichen Erfolg, setzte ich meine ökologischen Studien fort. Schnell wurde mir klar, dass zu „Baum“ auch Tiere gehören, die auf diesem Baum wohnen. Diese Erkenntnis wollte ich nicht für mich behalten: „Einhornich!“ Leider musste ich später erfahren, dass ich nicht der „Erstbenenner“ dieser Tierart war. Carl von Linnè war 1758 nach einem gewissen Christus leider ein klein bisschen schneller als ich. Tja, Pech. Was hätte aus meiner Karriere werden können, wenn es heute keine Eichhörnchen sondern „Einhornichs“ gäbe. Gut, dass ich bereits das Scheitern erlernt hatte. 

Ich kehrte also zurück zur Botanik. Leider war die Pflanzensoziologie in meiner Familie schon so prominent vertreten, dass ich mich auf eine anwendungsbezogene Form der Botanik spezialisierte. Ich entdeckte nämlich eine Pflanze, die mit heißem Wasser übergossen ein schmackhaftes Getränk für meine Nuckelflasche ergab: „Messerzins“. Trotz der offensichtlichen Begeisterung meines Vaters, ich vermute, ihm war die Anwendung besagter Pflanze auch neu, musste ich erneut feststellen, dass dieser komische Carl von Linnè (einer der größten Naturforscher aller Zeiten) schon wieder schneller war als ich. Was beeindruckend ist, da er damals schon 207 Jahre lang tot war. Er muss wohl auch ein „Handbuch für Ihre Karriere“ gehabt haben. 

Noch gab ich nicht auf und startete einen dritten Versuch. Grundlagenforschung und Anwendungsbasiertes waren also schon weg. Damals noch recht neu schien mir die wirtschaftliche Anwendung. Ich beobachtete also weiter die Natur, bis deren Ruhe von einer großen Maschine gestört wurde. Ich hatte sofort die Idee, eine ähnliche Maschine in der Forstwirtschaft einzusetzen, nämlich als Gehölz-Mäh-Häcksler, wie er heute in Kurzumtriebsplantagen zum Einsatz kommt. Leider war mein Vokabular noch nicht sehr ausgeprägt. Vielleicht verstanden meine Eltern aber auch einfach nicht was ich meinte, als ich „Nipper-Nappi“ erfand. Die dachten doch allen Ernstes das solle ein Mähdrescher sein. 

Da hatte ich erst mal genug vom Scheitern. Ich steckte mir die Forstwissenschaft an den Hut, welchen ich erst viele Jahre später wieder aufsetzen würde...