Der wissende Fotograf
 
Ein Fotograf hat das Wissen, dass seine Fotografie und seine Kunst niemals ein ultimatives Ziel erreichen kann.

Es ist das Wissen, dass jeder Tag einzigartig ist. Es ist das Wissen, dass wir die Zukunft und die Vergangenheit nicht beeinflussen können. Es ist das Wissen, dass wir uns jeden Tag ein wenig verändern. Es ist das Wissen, dass wir täglich bessere Fotografen werden. Es ist das Wissen, dass wir niemals perfekte Fotografen werden.

Deshalb solltest du authentisch sein!


Sind wir mal ehrlich!

Das Universum interessiert sich einen erbärmlichen Dreck für dich, deine Kunst und deine Fotografien. Aus irgendeinem Grund tust du alles dafür dich irgendwie Darzustellen. Du achtest darauf was "die Leute" über dich denken könnten. Du achtest darauf wie und warum du Kunst machst. Du achtest darauf warum und wie du fotografierst. Du versuchst die größt mögliche Kontrolle über dein Leben und deine Realität zu bekommen.

In einem Universum in dem Chaos der normale Zustand ist.

Diese Umstände stehen dem "wissenden" Fotografen nämlich im Wege.


Der ein "wissender" Fotograf hat seine Autonomie und seine Kontrolle über seine Gefühle und sein Leben schon erreicht. Deswegen versucht er sie gar nicht erst zu erreichen! Herrlich paradox! Man lebt und erlebt es einfach, ohne es kontrollieren zu wollen.

Denn für Neugier benötigt man das Auge eines Kindes, um die visuelle Welt zu erforschen. Man benötigt einen Spieltrieb, damit man die Kamera unter anderem neigen und kippen kann, für mehr Dynamik, mehr frei fließende und energetische Bilder.

Neugier, Spieltrieb, Freude und Liebe, Spaß und Blödellei sind chaotische Kräfte. Sie sind nicht geordnet und folgen keinem Prinzip.

Für dich als Fotograf ist es töricht an dem Glauben festzuhalten, dass es einen "fertigen und richtigen" Bildstil gibt. Wenn du daran wirklich glauben möchtest verhinderst du, dass sich dein Leben verändert und weiterentwickelt. Dein "Stil" sollte also immer einen Zustand der Veränderung und des Flusses sein. Denn das Leben ändert sich ständig und unaufhörlich.

Es gibt nichts schlimmeres als  diesen einen Stil für den Rest des Lebens zu fotografieren.

Bemühe dich den unschuldigen Blick eines Kindes zu behalten! Damit du sie Chance hast täglich neuen Spaß, täglich neue Freude und Inspiration überhaupt zu sehen. Ignoriere die Menschen um dich herum, welche versuchen werden dir ihre Regeln vorzuschreiben.

Es ist nicht schlimm Spaß und Freude während des Fotografierens zu empfinden.

Ich selber bin unglaublich glücklich, wenn ich im MOMENT der Fotografie bin. Denn ich habe eine Begebenheit gefunden, welche mich glücklich macht und ich habe den Zeitpunkt gefunden, an dem ich sie konserviere. Ich empfinde Freude, wenn ich diese Bilder bearbeite und anschaue und ich empfinde Freude, wenn ich diese Bilder anderen Menschen zeige. 


Eine kleine praktische Übung:

  • Denke nicht an all deine Fotografien! Denke nicht an deine Reputation als Fotograf! Wenn du heute 8 Jahre alt wärst, wie würdest du fotografieren? Würdest du eine Spiegelreflexkamera nehmen oder ein Smartphone? Im Automatikmodus oder in Manuell?
  • Was würdest du fotografieren, wenn du ein Kind wärst?
  • Schau dir deine ersten Fotografien an! Was hat dich dazu gebracht diese Fotos zu machen?


Und nun mache ein paar Fotos für dich selbst!

Ein kleiner Tipp:

Es ist völlig OK wenn man Freude hat!

Höre also niemals auf etwas zu erlernen, höre niemals auf zu erforschen und höre niemals auf Spaß und Freude an neuen Fähigkeiten, Erkenntnissen und Fertigkeiten zu empfinden.

Es existiert nichts schöneres als Freude an seinen Vorbildern zu empfinden, es existiert nichts machtvolleres als eine stetige Begeisterung zu zeigen und zu sehen. Und nichts erfüllt einen mehr mit Freude, wenn man sich und andere sieht wie sie sich weiterentwickeln im Leben, ihrer Kunst und ihrer Fotografie.


Gruß

Herr Rausch

P.S.: Danke liebste Sandra für dieses wundervolle Bild von mir. Es erinnert mich an die erste Zen Tour Fototour.