Dichter
 
 Du bist wie ein Gedicht,
ein metaphorisches, melancholisches, nachdenkliches Gedicht,
dass ich entziffern, entschlüsseln, analysieren und interpretieren muss.
Du bist wie ein Rätsel, ein Puzzle,
dass ich ständig hinterfrage, nachhake, und verstehen will.
Ich versuche krampfhaft, all deine Sinngehalte zu erforschen, wahrzunehmen,
mich in dich hinein zu empfinden, einzufühlen.
Doch es ist sinnlos, dich nachvollziehen zu wollen,
und vielleicht versteht du dich selbst noch nicht einmal,
und stellst dich als ein dunkles, ungeklärtes Mysterium vor;
als ein Gedicht, dass du selbst verfasst hast und wir die passende Lösung finden müssen.
Doch ich habe keine Kraft, keine Energie, in deinem geheimnisvollen Denkspiel mitzuspielen.
Anstatt nämlich ein freier, entschiedener, offener lyrischer Text zu sein,
versteckst du dich hinter unnötigen, erschwerlichen Paraphrasen,
euphemistischen Aussagen,
anstatt einfach deine Gefühle frei herauszusagen.
Denn wir alle schwimmen, als Teil dieser Geschichte, wie ein irrendes Boot im Meer, ungewiss, verlassen, verzweifelt, verkehrt,
und am Ende bleiben uns doch nur Vermutungen, suspekte neue Überlegungen,
über das, was du vielleicht meinst, zu vermitteln. Chaos...