Geburtsbericht Teil 3 - #Notkaiserschnitt
"Können wir das nicht machen, wenn ich schon schlafe?", habe ich gefragt, weil schon während der Schwangerschaft meine größte Sorge bzgl. der Geburt ein möglicher Blasenkatheter war! Leider verneinte der Pfleger meine Frage. Ich legte mich in das Bett und schon ging es los Richtung OP. Meine Mutter blieb zurück und durfte nicht mitkommen. 

Auf dem Weg wurde ich gefragt wo der Vater des Kindes sei. Ich sagte "Der ist noch 6,5 Stunden entfernt und muss jetzt erst noch hierher fahren." Ich musste noch erklären warum und wieso und als ich sagte er sei Soldat bei der Luftwaffe, fingen die Herren an zu scherzen. "Kann er kein Flugzeug nehmen oder einen Heli? Das geht doch schneller!" 

An sich hatte ich zu dem Zeitpunkt überhaupt keine Angst vor dem Kaiserschnitt. Während mich sonst der Gedanke daran richtig gegruselt hat, hatte ich nur noch den Gedanken, dass sie sich beeilen sollen unser Baby zu holen. Sie hatte schon seit einer Weile nicht mehr getreten und ich hatte Angst, dass es ihr nicht gut geht oder, dass sie vielleicht schon nicht mehr atmet. 

Der erste Raum in den wir kamen erinnerte mich irgendwie an ein Schlachthaus. Alles war aus Stahl soweit ich mich erinnern kann. Ich sollte vom Bett aus auf eine Oberfläche rutschen und von dort weiter auf den OP Tisch. Ich glaube zumindest, dass der eigentliche OP Raum nicht der gleiche Raum war, sondern ich dort hin durch eine Tür geschoben wurde. 

Dort warteten schon mehrere Personen, die mich alle freundlich grüßten. Es war hell. An den Anästhesisten erinnere ich mich besonders gern. Er war zuvor schon in der Aufnahme gewesen und hatte mit mir über die Vollnarkose gesprochen. "Ich passe die ganze Zeit auf Sie auf. Wenn ein LKW auf Sie zurollt, ziehe ich sie weg.", hatte er gesagt. Und tatsächlich hatte ich in dem Moment nicht den geringsten Zweifel daran. 

Alle im OP waren super nett und ich wurde immer darüber informiert was passiert. Zuerst wurde mir ein Tuch vors Gesicht gehängt, dann wurde mir der Blasenkatheter gelegt. Ich weiß gar nicht, ob das der Arzt gemacht hat oder ein Assistent, aber es war absolut überhaupt nicht schlimm. "Jetzt wird es etwas kalt", hat er gesagt. Ich spürte einen relativ starken Druck. Durch diesen Druck und die Kälte des Desinfektionsmittels habe ich kaum gemerkt als der Katheter gelegt wurde. 

Danach wurde mein Bauchbereich desinfiziert. Ich glaube, dass mir dann ein Mittel über meinen Zugang verabreicht wurde und dann bekam ich eine Maske auf. "Wir sind die ganze Zeit bei Ihnen. Atmen Sie tief ein und wieder aus. Genau. Sie machen das ganz toll.", sagte der Anästhesist zu mir. Ich hoffte so sehr, dass Leonie gesund und munter sein würde. Was, wenn sie tot zur Welt kommt? Was, wenn ich nicht mehr aufwache? Das letzte, dass ich zu meinem Mann gesagt hatte, war etwas wie "wir sehen uns heute Mittag"...

Was, wenn nicht?