Geistersicht - Die Wichtigkeit und Art von Feedback
 
In der Kategorie Geistersicht werden hin und wieder Blogs erscheinen, die mal mehr und mal weniger mit dem Dasein als Autor oder Cailandiar zu tun haben. Vorab ist zu sagen, dass es sich hierbei ausschließlich um meine eigene Meinung handelt. Themenvorschläge sind willkommen.

Wenn man etwas aus eigener Kraft und mit den eigenen Gedanken schafft, dann wünscht man sich eine Rückmeldung dazu. Dies gilt für jeglichen kreativen Beruf, sei es der Schreiner, der einzigartige Möbelstücke schafft, der Maler, der seine bildlichen Visionen auf die Leinwand bringt oder ein Autor, der andere in die Welt in seinem Kopf eintauchen lässt. Die Erschaffer sind in den seltensten Fällen unerreichbar. Wie Leser gerne ein Bild von ihren Autoren haben, so machen sich auch Autoren gerne ein Bild von ihren Lesern und sehen sie nicht nur als solche an, sondern als Personen, als Menschen, denen das gefällt, was sie schaffen. Dabei ist es egal, wie dieses ''Kennenlernen“ stattfindet. Sei es nun über ein einfaches Like, einen Kommentar oder gar ein persönliches Treffen. Wichtig ist es, die Interaktion untereinander aufzubauen. Ab einer gewissen Größe der Anhänger ist es dabei für den Autoren natürlich unmöglich, alle Gesichter und Namen im Kopf zu behalten, doch es wird immer welche geben, die besonders hervorstechen, mag es nun durch ihre Treue sein oder durch eine der Interaktionen, die einzigartig war.

Die Interaktion unterliegt dabei den üblichen Regeln der Kommunikation. Beleidigende oder schlimmere Kommentare möchte niemand haben. Jeder hat seine Meinung und dies ist auch gut so, doch sollte man nicht versuchen, die Meinung der anderen in ihrer Wichtigkeit zu schmälern oder ihnen die eigene Meinung aufzwingen. Überzeugt man jemanden aber von der eigenen Meinung, sodass er sie sich annimmt, ist dagegen nichts einzuwenden. Die Formulierung ist hierbei das wichtigste. Kritikpunkte werden oftmals so harsch formuliert, dass sie wie ein offener Angriff oder eine Beleidigung herüberkommen, was die Grundlage einer angeregten Diskussion zerstört. Emotionen spielen dabei eine große Rolle. Darum sollte man, bevor man einen Kommentar oder eine anderweitige verbale Interaktion abschickt, diese einige Minuten bis Stunden ruhen lassen, um sie dann noch einmal zu inspizieren. Erst dann sollte man sie endgültig abschicken. Das Ergebnis einer Diskussion, ob man sie ''gewinnt'' oder ''verliert'', ist irrelevant. Man kann auch diskutieren, wenn man weiß, dass man am Ende nicht auf eine gemeinsame Meinung kommt. Für beide Seiten war es damit eine Horizonterweiterung. Das Verfehlungen auch von den Autoren selbst in der Kommunikation stattfinden steht außer Frage. Man sollte sie, wie alle anderen auch, dann darauf hinweisen und sich nicht in den Sog hineinziehen lassen.

Besonders wichtig für einen Autoren sind die Rezensionen. Es mag dabei einige geben, die nur auf den Aspekt achten, dass ein Buch umso höher gelistet wird, umso mehr Rezensionen es hat. Dies ist natürlich für den Abkauf wichtig, allerdings sollte eine Rezension mehr sein, als ein bloßes Instrument zur Absatzsteigerung. Für mich ist eine Rezension die Meinung eines Lesers, der sich nicht nur mir mitteilt, sondern auch all den anderen, die seine Rezension lesen, nachdem sie auf das Buch gestoßen sind. Dabei sind auch schlechte Rezensionen hilfreich. Sie beinhalten Informationen über Mängel und jeder, der die Rezension liest, kann entscheiden, ob er das Buch trotz der Mängel kaufen würde, weil sie ihn nicht betreffen, oder ob sie ihn abschrecken. Somit findet keine Abwärtsspirale statt, die mitunter zu sehr vielen schlechten Rezensionen und Kommentaren führt.er Autor wird niemals davon ausgehen, dass alle sein Buch mögen, sondern rechnet mit schlechten Rezensionen, andernfalls ist er naiv. Ebenso sollte niemand davon ausgehen, dass sich der Autor nur wegen einer schlechten Rezension ändern wird. Vieles ist Stil und Stil ist immer Geschmackssache.

In einer Zeit, in der so gut wie jeder im Internet vertreten ist, gibt es viele Meinungen und viele tun diese gerne kund. Eine Rezension, die nur ein paar Wörter beinhaltet und dabei lediglich das Buch lobt, ist jedoch keine gute Rezension und wird für viele nicht hilfreich sein, außer für den Autoren, der damit Sterne sammeln will. Eine detailreiche Schilderung ist wünschenswert, wobei niemand erwartet, dass man das Können eines professionellen Journalisten aufweist. Es sollte auf jeden Fall auf den Schreibstil, die Geschichte und die Charaktere eingegangen werden, ohne dabei etwas zu verraten. Ebenso ist es wichtig, dass man zumindest kleine Kritikpunkte oder Verbesserungsvorschläge anbringt, weil eine Rezension sonst wie bezahlt und unglaubwürdig wirkt. Selbstverständlich kann man sich dafür nichts aus den Fingern saugen. Wie man davon ausgehen kann, dass es nie allen gefallen wird, so kann man auch davon ausgehen, dass es einige wenige Personen gibt, die restlos zufrieden sind.

Abschließend ist zu sagen, dass das Konstrukt Autor ebenso ein Mensch ist und als solcher behandelt werden möchte. Er hat sich dazu entschlossen, seine Welt mit anderen zu teilen, weil er darauf wert legt und es gibt nichts schöneres für ihn, als damit Anklang zu finden, sich über seine eigene Schöpfung zu unterhalten und zu sehen, wie viel Freude er anderen damit bereitet. Wenn er es schafft, sich dadurch seinen Lebensunterhalt zu verdienen und sich gänzlich seinen Projekten widmen kann, dann ist es umso schöner.