Hallo ihr Lieben,
wie vor einiger Zeit bereits angekündigt, möchte ich dieses Jahr 100 Unterstützis auf Patreon erreichen und in meinem Newsletter einen bezahlten Kolumnenplatz anbieten. Wie das genau aussehen soll, erkläre ich jetzt in diesem Post.
Ich habe bereits einen Newsletter, den zurzeit nur jene Unterstützis bei Patreon abonnieren können, die sich für die Unterstützungsmöglichkeit "Newsletter" oder mehr entschieden haben. Das wird sich ändern, sobald ich mein Ziel 100 erreiche: Der Newsletter wird öffentlich. Das heißt: alle, die Lust haben, den Newsletter zu abonnieren, werden ihn abonnieren können, ohne dafür bezahlen zu müssen. In diesem Newsletter gibt es zurzeit Lese- und Hörempfehlungen und bestimmte Nachrichten. Ab 100 Unterstützis auf Patreon kommt eine Kolumne über bestimmte gesellschaftspolitische Themen wie Rassismus, Sexismus, Trans-, Homo- oder Behindertenfeindlichkeit dazu.
Bezahlung
Für ca. 3000 Zeichen werde ich 100 Euro brutto bezahlen (3,34 Cent/Zeichen). Das ist weniger als die Sätze von Öffentlich-Rechtlichen und anderen auflagestarken Medien, aber eindeutig mehr als das, was viele linke unabhängige Medien bezahlen. Mehr als was ich oft für meine Texte erhalte.
Hier könnt ihr euch anschauen, was freie Journalist*innen im Durchschnitt verdienen: https://www.pro-medienmagazin.de/medien/journalismus/2019/06/16/so-viel-verdienen-freie-journalisten/
Außerdem findet ihr hier die Zeilensätze für unterschiedliche Arbeitsverhältnisse von Journalist*innen (Achtung: Keine Zeichen- sondern Zeilensätze): https://www.djv.de/en/startseite/info/beruf-betrieb/uebersicht-tarife-honorare.html
Alle Autor*innen dieser Kolumne werden gleich bezahlt, egal, wer sie sind und wie viel sie bisher veröffentlicht haben. Auch das ist nicht immer der Fall. Es gibt beispielsweise Medien mit einem linken Anspruch, die ihre freien Kolleg*innen nach internen Kriterien unterschiedlich bezahlen. Zudem bezahlen beispielsweise auflagestarke Medien fast alle Autor*innen unterschiedlich, je nachdem, wie bekannt diese sind und wie gut sie handeln können (auch zum Verhandeln bräuchten sie natürlich Bekanntheit, damit sie überhaupt einen Hebel in der Hand haben). Das wird es bei mir nicht geben.
Was haben die Autor*innen davon?
Die Autor*innen werden in jedem Schritt von mir begleitet und unterstützt. Damit die Texte nicht in die Vergessenheit geraten, überlege ich mir, sie auf meine Website zu stellen. Wenn ich irgendwann genug Einkommen bzw. zeitliche Kapazitäten habe, würde ich eine Website bauen, wo diese veröffentlicht werden. So können die Autor*innen ihre Texte für diverse Zwecke verlinken, ohne sie selber irgendwo hochladen zu müssen, und alle finden diese schneller.
Ich habe bereits eine Anfrage von einem deutschen Verlag erhalten, die Kolumnen als Buch zu veröffentlichen, sobald genug da sind. Das heißt die Autor*innen würden fürs Buch nochmal Honorar erhalten, außerdem aber auf Lesungen etc. teilnehmen, die ebenso bezahlt werden. Und sie wären in einem Buch, was sie aus der Marginalisierung als "Blogger*in" entfernt. Das alles würden selbstverständlich neue Türen für sie öffnen, falls sie bis dato geschlossen waren.
Wer schreibt?
Ich werde auf Autor*innen, von denen ich denke, dass ihre Perspektive in traditionellen deutschsprachigen Medien kurz oder gar nicht kommt, wobei existenziell wichtig ist, zugehen. Aber ich habe bereits eine öffentliche Mailadresse und alle können bei mir ihre Themen pitchen ([email protected]).
Ich möchte diesen Kolumnenplatz einführen, weil marginalisierte Perspektiven oder Lebensrealitäten in deutschen Medien kaum sichtbar werden. Als marginalisierte Person ist es schwer, Anschluss zu deutschen Medien zu finden und sich Gehör zu verschaffen. Auch nach der Ankunft kann der Kampf weitergehen, diesmal geführt, um zu bleiben. Viele werden gezwungen, sich unbezahlt und ungeschützt auf den sozialen Netzwerken zu gesellschaftlichen Debatten zu äußern, was eine weitere Marginalisierung ist. So werden sie ihre eigene Plattform haben, und wir generieren unsere Reichweite gemeinsam.
Ich will mit diesem Kolumnenkonzept vor allem zwei Problemen entgegenwirken:
1) Geschlossene Türen gemeinsam öffnen, sodass das Unsichtbare ein Stück sichtbarer wird,
2) dem moralischen Druck entgegenwirken, für "die Sache" selbstausbeuterisch un- oder unterbezahlt zu arbeiten.
Ein Honorar von 100 Euro ist zwar nicht viel, aber wie oben bereits erläutert (und verlinkt), mehr als viele Medien heute für dieselbe Textlänge bezahlen.
Bitte helft mir, mein Ziel von 100 Unterstützis zu erreichen und in meinem monatlichen Newsletter einen bezahlten Kolumnenplatz einzuführen, indem ihr diesen Post auf ihren Social-Media-Kanälen (oder unter Freund*innen/Bekannten) verbreitet.
Ich weiß eure Unterstützung zu schätzen. Danke!
Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
Sibel