Desmond A. Harding wuselte mehr oder weniger aufgeregt durch sein Atelier und

räumte einige verstreut umherliegende Skizzen für seine neuen Bilder und

auch einige Gebäude die er für einen befreundeten Architekten entworfen

hatte.


Seine langen blonden Haare waren vor Aufregung ganz unordentlich. Aber jetzt war sein Atelier und der darunter liegende Keller ja einigermaßen aufgeräumt. Er hastete nun ins Bad, ordnete seine verworrene Frisur und da klingelte es auch schon.

Er ranntefast zur Tür, wurde sich dann seines Auftretens bewusst, beruhigte sichkurz und öffnete die Tür. Vor ihm stand eine junge blonde Frau, die ihn

Erwartungsvoll anstarrte. "Dürfte ich mit ihnen über Gott sprechen?"


Der doch ziemlich große, junge Herr beugte sich leicht zu ihr herunter und

aus seiner Stimme schwang die typische Englische Höflichkeit mit. "Es

tut mir sehr leid, doch bin ich heute leider nicht für so einen Zweck zu

haben. Aber sie können gerne am morgigen Tag erneut vorbeikommen, dann

könnte ich ihnen auch Kekse anbieten." Die Dame verabredete sich mit ihm

auf Morgen die selbe Zeit und verließ dann an einer rothaarigen Frau vorbei,

die Gerade das Treppenhaus betreten hatte, das Haus.


"Wer war denn das?", fragte die Frau und schaute Desmond fragend an.
 

"Nur so eine Religiöse Frau, von irgendeiner Sekte. Darf ich sie nun herein

bitten, Miss Kelsey. Sie wollen doch sicher Tee und etwas Gebäck." Damit

trat er aus der Tür und bedeutete Miss Kelsey das Atelier zu betreten.


Das Atelier lag im Erdgeschoss des Hauses, das Desmond vor einigen Jahren

gekauft hatte. Darunter war ein weitläufiger Keller, in dem früher

angeblich Satanische Messen abgehalten wurden. Desmond hatte ihn von

Grund auf umgestaltet.


Miss Kelsey betrat den raum und sah sich um. der Raum war erleuchtet von den letzten Strahlen der Sonne, die durch die Fenster fielen. Eine Staffelei und ein Zeichnerpult standen im Lichtkreis und an den Wänden waren mehrere Papierrollen, verstaut in Holzbehältern, aufgereiht. Jeder dieser Behälter war mit einem Datum und einer Zahl gekennzeichnet.


"Und sie wissen von Jedem Behälter, was darin ist?",fragte die schlanke Dame.
 

"Natürlich. ich habe ein ziemlich kompliziertes Lagersystem und die Zahlen sind

großteilig Verschlüsselte Daten, die anhand von dem Datum zu entschlüsseln sind.", kam es wie von selbst aus dem Mund des Zeichners.

Er war Künstler, Architekt,Ingenieur, Wissenschaftler, Mathematiker und

vieles Mehr. Seine guten fünfzig jahre konnte man nur erahnen wenn man

Bilder seiner Familie sah. Diese schien zu altern, ohne das der Junge

Mann sich allzustark veränderte. Er schien ab seinem zwanzigsten

Lebensjahr nicht mehr gealtert zu sein.


"Faszinierend. Ich wünschte ich hätte sie schon früher kennen gelernt. Aber jetzt zeigen sie mir ihre Errungenschaft, die sie so freudig verkündet haben."


"Natürlich, ich vergaß. Würden sie mir dann bitte in den Keller folgen. Dort

bewahre ich die Aufzeichnungen über derartige Funde auf."


"Aber, aber,das klingt ja ziemlich unanständig, eine Junge Frau wie mich einfach so in den keller zu locken. Womöglich warten dort auch noch Handlanger.", kicherte Kelsey und hüpfte scheinbar freudig erregt dem Mann hinterher, der die enge Treppe in das Kellergewölbe voranging, einen Kerzenleuchter in der Hand.


Als Desmond am Fuße der Treppe angekommen war, legte er einen großen Hebel in der Vermäuerung um und eine Wand schwang leise zur Seite.


In diesem Teil seines Hauses hatte er noch nie Besuch gehabt. Es handelte sich aber auch nicht um das Übliche Refugium, eines dieser Trickbetrüger, die sich

Magier nannten. In solchen Orten waren meist magische Symbole auf den Boden gezeichnet, Schwarze Kerzen ließen dicke Rußschwaden zur Decke steigen und okkulte Gegenstände vervollkommneten das Bild.


Sein Refugium leuchtete. Der Strom, der in einer einzigen Lampe seinen Weg

zog, erleuchtete den Raum auf kalte Weise. Überall war Metall. viele

Spiegelscherben und auch einige Stromquellen waren zu sehen. Ein großes

Symbol, anmutend wie ein Magischer Beschwörungskreis, jedoch präziser

und definierter Gezeichnet zierte die einzige nicht vollgestellte Wand.

In diesen waren in Lateinisch einige Wörter eingelassen, die Kelsey

jedoch nicht lesen konnte. Sie hätte doch Latein statt Spanisch lernen sollen.


"Dies hier ist ein Ort, den außer ihnen und mir nie jemand gesehen hat."
 

"Und den außer ihnen, mir und der Inquisition auch nie jemals jemand sehen

wird.", kam es von der jungen Frau und ihre Hand war nun gefüllt mit einem Revolver. " Hiermit verhafte ich sie im Namen der Inquisition des Britischen Imperiums und rate ihnen, sich unverzüglich zu ergeben, da ich mich sonst gezwungen sehe, tödlche Gewalt anzuwenden." Diese Worte kamen ihr wie eine Liturgie flüssig von den Lippen und sie schien sie schon oft wiederholt zu haben.


Desmond stellte sich vor die Zeichnung und legte eine Hand so an diese, dass die Inquisitorin es nicht sehen konnte.
 

"Und da dachte ich ich hätte endlich eine Mitdenkende Gefunden." Er lehnte sich leicht zurück.
 

"Und ich dachte, sie wären vielleicht einfach nur ein einfacher Architekt.

Hätten sie sich doch einfach aus solchen Dingen heraus gehalten." ,

erwiederte die Dame und zielte weiterhin auf desmond.


"Schade nur das sie mich nicht kriegen werden." Desmond schien irgendetwas

hinter seinem Rücken zu tun und das Siegel an der Wand erleuchtete in

einem Kristallenen Rot. Lange, schwarze Ranken kamen aus der Wand und

entwaffneten die Inquisitorin, obwohl sie einige Male versuchte auf

diese Ranken zu schießen. Doch die Kugeln durchdrangen die Gespinste

einfach. Dann war sie eingehüllt von den Ranken, nur noch ihr

Gesichtsfeld war frei. Vor ihr stand Desmond, in Abwesenheit seines

Linken Arms, an dessen Stelle nun ein blutender Stumpf war.


"Tja. Gleichwertiger Handel. Ihre Seele, für meinen Arm."