Präferenz
 
Vermutlich ist das hier noch kaum jemandem aufgefallen, aber es gab jetzt schon länger keine Comics mit Farben mehr.

Ab und zu hatte ich mal versucht, ein paar Elemente einzufärben, das hätte hier zum Beispiel für die Ballons funktioniert. Aber immer, wenn ich sowas gemacht habe, hat sich irgendwer beschwert und ich war auch selbst nie so ganz überzeugt. Habe auch gemerkt, dass bei meinem Krakelstil so gut wie nie ne Situation entsteht, in der Farben wirklich nötig sind. Und wenn's ohne geht, warum damit anfangen? Also hab ich mich entschieden, mir endgültig alle Farb-Ambitionen zu sparen. ;)

Ich denke auch, wenn ich jetzt mal wieder etwas philosophieren darf, oft wird das Ergebnis kreativer, wenn man sich in seinen Mitteln mehr einschränkt. Bei diesen kleinen schwarzweiß-Cartoons, mit Eddings gezeichnet, ohne große Effekthascherei, Zeichenkunst oder überflüssige Elemente kommt's mir zumindest so vor, als bestünde irgendwie, theoretisch die Möglichkeit, dass ich eines Tages alles ganz gut ausschöpfe, was dann noch an Werkzeugen zur Verfügung steht.

Deswegen hab ich auch nicht so Lust, noch mit animierten Comics anzufangen, mit Videos, mit 10.000 Photoshop-Effekten und sonst-noch-was. Wären viel zu viele Tools, zu viele Optionen, zu viel Auswahl. Zumindest für mich.

Allerdings überlege ich nach wie vor, schrittweise zu lernen, digital zu zeichnen. Nicht für die kleinen islieb-Comics selbst, aber für das ganze Drumherum (persönliche Zeichnungen zum Beispiel) und vielleicht größere Projekte, die irgendwann mal anstehen könnten. Einerseits habe ich etwas Angst davor, weil das nicht zu dem passt, was ich gerade einen Absatz weiter oben geschrieben habe, aber andererseits... die Zeitersparnis wäre einfach reizvoll. Meine ganze Scannerei, Kopiererei, Druckerei, Neu-Zeichnerei wird oft zum Brems-Faktor und mir kommen immer mehr Ideen, die ich zeichnen will, als ich Zeit habe, sie zu zeichnen. Und dann stapeln sich Entwürfe. Von daher... an dem Punkt überlege ich noch vor mich hin.

Tagebucheintrag Ende. Woah. Hab mal wieder nur von mir selbst geschrieben und schäme mich. Aber nicht wirklich. Nur etwas. Meine Patreon-Texte enden meistens ohne richtigen Abschluss, ist mir aufgefallen. Nennen wir es künstlerische Freiheit, das klingt gut.