Prolog
 
  

Andri lag auf dem Boden. Den Blick gen Himmel gerichtet, lag er da und beobachtete einen Vogel. Die Sonne fiel durch das dichte Blätterdach über seinem Kopf. Er sah dem Vogel zu wie er mit tapsigen Schritten über einen dicken, mit Moos bewachsenen Ast lief. Er sah sich um, hielt inne und sprang dann von dem Ast in die Tiefe um dann seine Flügel auszubreiten und in die Lüfte davon zu fliegen. 

"Die Augen Wodans" dachte Andri gerade, als ihn eine Stimme aus den Gedanken riss. Die Stimme war fremd, rau und hart. Er wusste was es bedeutete. 

Mit einem Satz sprang er auf und blickte sich um. Dicke, alte, vom Moos überwucherte Bäume umrundeten ihn. Das Dach, dass die Kronen bildeten war so dicht, dass nur wenig Licht bis zu ihm hindurch drang. Mit angehaltenem Atem wartete er. Irgendwo sang ein Vogel. Das biegen der Bäume und das Rascheln der Blätter im Wind war zu hören. Dann eine Stimme hart, fremd und unbekannt.

Andrin verzog das Gesicht und lief los. Das Unterholz war dicht und er kam nur langsam voran, doch er wusste wo er hinmusste und der Weg war kurz. Er erreichte eine Lichtung. Sonnenlicht blendete ihn und er musste, für eine kurze Zeit, den Blick abwenden. Auf der Lichtung stand eine kleine, solide Hütte, aus Holz gefertigt. 

Andrin griff nach der schweren Holztür und zog sie auf. Der Raum dahinter war düster und nur von, durch die Spalten der Wände fallendem Licht erhält.

Einige Regale waren an die Wände gestellt. Weiter gab es einen Tisch in der Mitte des Raumes. Zwei Stühle standen daran. Andri durchquerte den Raum ohne auf die Regale oder den Tisch zu achten und stand vor einem Bett. Rechts neben ihm war eine Leiter, die auf eine Art Vorsprung führte. Andrin erklomm diese und hatte nun einen perfekten überblick, über das innere der Hütte. Hinter ihm an der Wand standen zwei weitere, kleinere Betten und eins davon war nicht leer. Andrin näherte sich behutsam und berührte die Person sanft an der Schulter. Die Person, ein junges Mädchen von ungefähr 8 Jahren sah Andrin mit müden Augen an. 

"Aaltje, ich bin es, Andrin. Wir spielen wieder unser Spiel, ja? "

Andrin wartete nicht bis seine Schwester antwortete und setzte sich auf das Bett. Er zog die dicken Fellstiefel aus und legte sich zu ihr. Er drehte den Rücken zum Eingang der Hütte und nahm Aaltje in den Arm. Er zog eine Felldecke über sich und seine Schwester. Dann lag er still und wartete.

Die Tür schlug auf. Zwei Männer traten in Begleitung einer Frau ein. 

Andrin legte seiner Schwester die Hände auf die Ohren und drückte zu.

Die Männer kamen näher. Dann setzten sie sich. Er hörte wie Münzen aus einem Beutel in eine Schale fallen gelassen wurden. Dann ein > Gut. < von der Frau. Fälle, Mäntel und Gürtel wurden auf den Boden geworfen und Andrin schloss die Augen. 

Dann ein Stöhnen und noch eins. Ein krachen dann rhythmisches Klopfen begleitet von Stöhnen.

Andrin kniff die Augen weiter zu und verstärkte den Druck auf die Ohren seiner Schwester.

Etwas zersprang, Scherben verteilten sich im Raum. Jemand fluchte. 

Andrin dachte an den Vogel, dachte an die Sonne zwischen den Blättern, an den Wind und an die Bäume.

Dann war es ruhig. Männer nährten sich dem Ausgang. Dann eine Frauenstimme. Ein Streit. Etwas traf auf Haut, die Frau verstummte. 

Die Tür wurde zugeschlagen. Jemand kam die Leiter hoch. 

Die Frau legte sich zu den Geschwistern. Sie weinte.

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