Tag 2 #ontheroad
 
https://josefineengel.wordpress.com/2016/08/04/tag-2-ontheroad-grose-uberraschung/

Ich bin jetzt in Calw in einem kleinen Café, in der Nähe vom Bahnhof. Sitze oben in der 1. Etage und esse einen Bienenstich. Irgendwie nicht das richtige nach der langen Wanderung, aber es war das billigste in der Auslage.

Meine Beine bringen mich ziemlich um, sie nehmen mir das ganz schön übel. Hätte ich nicht gedacht, dass sie am ersten richtigen Wandertag schon streiken. Es fühlt sich an wie tausend Glasscherben in den Oberschenkeln. Na, vielleicht kommt mit der Übung auch die Ausdauer.

Aber ist ja kein Wunder. Heute 8 Stunden gewandert, knapp 40 km. Das ist ungefähr die Strecke heute:



Nur der Start stimmt nicht ganz, das ist jetzt von meiner ehemaligen Wohnung aus berechnet. Ich konnte das bei Google Maps nicht genau eingeben, wo ich da am Waldrand gezeltet hab und heute morgen losgegangen bin. Sind also nicht 10 Stunden und nicht 47 km, aber ansonsten stimmt es.

Ich habe ganz gut geschlafen heute Nacht, obwohl es kalt war und dunkel und ich keine Taschenlampe hatte. Die vom iPhone wollte ich nicht nehmen wegen Akku. Das ist überhaupt eines der Probleme, die mich am meisten beschäftigen (neben dem Hunger und den schmerzenden Beinen) - wie lade ich meine Geräte auf?

Ich brauche ja Handy und Laptop unbedingt, wenn ich mein Projekt durchziehen will.

Handy brauche ich, um euch immer wieder updates zu posten, und in touch zu bleiben. Außerdem will ich notfalls jemanden erreichen können.

Und auf dem Laptop schreibe ich "Haut und Knochen" und wenn ich WLAN hab, kann ich hier die Sachen besser bearbeiten und hochladen. So wie jetzt grade im Café.

Nach dem Aufwachen habe ich ein bisschen geschrieben und das Cover für den Roman entworfen, zumindest mal einen Versuch:



Hab bisher auch viel positives Feedback bekommen (außer von meiner Schwester, die wieder nur rummäkeln muss ;-) ). Also, wenn euch das Cover gefällt, freut mich das sehr - ich werde die nächsten Tage noch andere erstellen, dann mache ich einen Wettbewerb!



Nachdem ich dann das Zelt abgebaut und mir Wasser aus dem Bach abgefüllt hatte, bin ich durch den Wald Richtung Norden. Ich bin vorbei an der Abtei Bebenhausen, das sah sehr nett aus da, hab auch Fotos gemacht, die findet ihr auf meinem Instagram-Account!

Dann ca. 2 Stunden durch den Wald gelaufen. Es war sehr ruhig und einsam, wenig Menschen sind mir begegnet. Aus dem Wald raus und auf der Landstraße weiter bis Herrenberg. Ein süßes Städtchen, hat mir gefallen. Hier habe ich in einer Stehpizzeria eine Pizza Funghi gegessen, 4,90 €. Getrunken aus der Flasche mit dem Flusswasser. Ein bisschen gesessen um den Rücken und die Beine zu entlasten, und etwas geschrieben.

Nachmittags bin ich dann weiter über Felder und eine Art Höhenplateau, bis wieder Wald kam und das Dörfchen Wildberg. Wildberg liegt an der Nagold, und das ist alles seehehr schwäbisch hier :D Die Nagold ist ein kleines Flüsschen, dass sich durch ein Tal schlängelt, man kann ganz gut an den Ufern entlang wandern.

Als ich sah, dass ich an der Nagold war, erinnerte ich mich, dass Calw an diesem Fluss liegt, und dass Hermann Hesse in Calw geboren wurde. Und Hesse ist schließlich meine große Inspiration für alles! Also entschloss ich, ihn zu besuchen und seine Heimatstadt als erstes richtiges Etappenziel zu nehmen. Nach ein paar Stunden kam ich hier an, durchquerte die Stadt von Süden her, ging vorbei an der bronzenen Hesse-Statue auf der Brücke und gelangte dann zum Marktplatz. Hier gibt es auch ein Hermann-Hesse-Museum, aber ich bin jetzt zu müde, um da noch hinzugehen. Vielleicht morgen ...



So weit geht es also ganz gut am Tag 2 meiner Reise. Ich habe viel Zuspruch von euch bekommen und dafür bedanke ich mich ganz herzlich!!! All meine Fans machen mir Mut und geben mir Tipps. Ich habe auch einen Obdachlosen kennen gelernt, der mit dem Bike unterwegs ist, und das schon seit einem Jahr. Er gibt mir Tipps und wir bleiben in Verbindung. Auch mit den anderen versuche ich so eng wie möglich in Verbindung zu bleiben, über Facebook, Instagram oder Twitter oder eben über meinen Blog. Auch der Christian, die Alina Hae oder der Mark geben mir immer Tipps und feuern mich an ... euch allen da draußen DANKE, ohne euch würde ich das nie schaffen.

Aber die große Überraschung war noch eine ganz andere!

Ich habe ja meine Patreon-Unterstützer-Seite aufgebaut, um mich über Crowdfunding zu finanzieren, so lange das mit dem Verkauf der Bücher noch nicht so läuft. Ich habe meinen Job und meine Wohnung aufgegeben und bin nun darauf angewiesen, andere Einnahmequellen zu finden. Gestern beim Aufbruch hatte ich 203,86 Euro bar in der Tasche, heute sind es nur noch 189 € und ich bin hungrig :D

Als meine Unterstützer könnt ihr auf Patreon selber entscheiden, wie ihr mir helfen wollt - ob einmalig oder monatlich, ob mit einem Euro oder 100 Euros ... Ich habe jetzt über 800 Abonnenten, 4000 Freunde und viele Follower, wenn jeder nur 50 Cent bezahlen würde, hätte ich erstmal eine Sorge weniger und könnte meinen Traum leben - reisen und schreiben!

Als Patron gibt es dann natürlich Sonderrechte auf meinen Inhalt - alles, was ich mache, Videos, Fotos, Texte, Lesungen etc. kriegen die Helfer als allererstes mit, und sehr viel auch exklusiv. Es muss sich ja auch lohnen, Josefine zu unterstützen :D Man ist dann in einem exklusiven Club der Supporter. Und ab einem gewissen Betrag gibt es besondere Belohnungen - ab 10 € monatlich werdet ihr dankend und lobend in meinem Buch erwähnt, außerdem werde ich euch für immer lieben (so schnell geht das!) und ihr kommt in den Himmel.

Gut, bei letzterem bin ich mir nicht so sicher, aber in meinem Roman "Haut und Knochen" werdet ihr 100% als Unterstützer und Möglichmacher erwähnt!

Als ich die Patreon-Seite angelegt habe, war ich noch skeptisch, ob das überhaupt jemand macht - für Literatur bezahlen, obwohl man sie noch nicht gelesen hat? Eine Wandrerin unterstützen, obwohl die grad ihren eigenen Job aufgegeben hat? Den Traum einer jungen Frau möglich machen, obwohl die vielleicht auch was Nützliches machen könnte?

Zweifel hatte ich und Angst, dass es nichts werden würde und ich ausgehungert und deprimiert würde zurückkehren müssen (Nun, diese Gefahr ist noch nicht ganz abgewendet) und dann alle sagen würden: "Siehst du, wir haben es dir doch gesagt, du Bekloppte!" (Ich seh schon Alice vor mir, wie sie immer alles besser weiß ... den Triumph will ich dir einfach nicht gönnen, Engel :D )

Und dann, gestern Abend, sah ich, dass mich jemand unterstützt!

Harald Gran 💞 spendet mir 10 € im Monat, und er zeigt mir, dass es doch noch gute Menschen da draußen gibt. Ich habe ihm sofort geschrieben:

Harald. Du bist der erste, und dafür bin ich dir ewig dankbar, echt. Du wirst auf jeden Fall in meinem Buch als erstes erwähnt, wenn es erscheint, und du kriegst natürlich ein Freiexemplar! Wenn du möchtest, würde ich dich gerne auch auf meinem Blog erwähnen, um zu zeigen, dass es so liebe Leute gibt wie dich! ... Du bist jetzt auch hier als Unterstützer im Kreis derer, die alle Infos über mich und meine Reise und meinen Roman als erste, manchmal auch als Einzige bekommen!!! Und vielleicht treffen wir uns ja mal, wenn mich mein Weg bei dir vorbeiführt ...? Dann kann ich mich persönlich bedanken für die großzügige Geste!
Ist natürlich nur ein Auszug, die Nachricht war noch länger. Aber ich finde es unglaublich, dass mir schon am ersten Tag meiner Reise durch die Welt jemand ein solch großes Geschenk macht. Dass jemand an mich glaubt und mich unterstützt!

Wenn ihr mir auch mal ein Frühstück oder eine Dusche in der Jugendherberge spendieren wollt, damit meine Reise und mein Roman nicht scheitern, könnt ihr euch Harald 💞 also gerne anschließen und mich hier unterstützen!


Ihr könnt euch ja vorstellen, dass ich auch viele Nachrichten von Leuten bekomme, die es nicht ernst meinen.

Die interessieren sich gar nicht für mich, sondern wollen einfach nur Fotos von mir sehen, am besten nackt, oder fragen, ob ich ficken will.

Das find ich ja auch eine ganz nette Geste, aber mir sind dann doch die lieber, die nicht nur haben wollen, sondern sich auch erkenntlich zeigen mit guten Tipps, netten Wünschen oder eben einem Angebot, irgendwo unterzukommen, das mit dem Handy hinzukriegen (wie Christian das gemacht hat!!!) oder wie ich das mit dem Strom lösen kann (wie Mark mir den Tipp gegeben hat!!!) - oder die eben meine Unterstützer werden.