US-Wahl
 
Donald Trump. Ganz vorne steht er in

seinem Gewand aus Hass, Patriotismus und einer fleckigen Serviette am
Hals, die die Sterne der US-amerikanischen Flagge ziert. Seine
Aussagen sind nicht immer zielstrebig, aber eines haben sie alle
gemeinsam. Sie treffen direkt ins Herz. Ob das nun Amors Pfeil, oder
einer Messerattacke gleicht ist Objekt der Blickwinkel. Er stellt
sich als der Mann des Volkes dar, spielt mit dem Establishment und
schürt die Ängste eines Einwanderungsstereotyps, während er die
Wähler dazu einlädt auf seinem hohen Ross zu flanieren. Sicherlich
ist für die weiße Mittelschicht dieser vor Kraft strotzende
Schimmel eine willkommene Abwechslung zu den immer gleichen
Versprechungen was Steuern und den Umgang mit der Mittelschicht
angeht. Schaut man aber hinter die Kulissen ergibt sich nichts weiter
als die Aufrechterhaltung des marodierten amerikanischen Traumes. Die
Zeiten sich vom Tellerwäscher zum Millionär zu entwickeln sind mit
der exorbitanten Zinsentwicklung eines Biestes, dessen ich den Namen
Liberalitätspopulismus zum Zweck der Wirtschaftsidolatrie gebe,
endgültig im Bach. Die exponentiellen Gewinne von stillem Geld, dem
ich ich nicht die Eigenschaft liquide zuschreiben will, erreichen
ihre Grenzen unter großem Erstaunen zyklisch. Sie hinterlassen tiefe
Falten in den Gesichtern von Ökonomen, die an das ewige Wachstum
glauben, während sie mit aschfahlem Blick die leere Dosis
betrachten. Am Ende des Boom schnallt das System zurück, sodass ihre
Bande sich reinkarnieren. Trump verkörpert eben jenes Aufbäumen des
Kapitals. Die Freiheit propagierende Manifestation eines ausgelebten
Konstrukts aus Geld, das Luftleerem Raum entspricht, hinter
meterdicken Wänden. Was seine Show ausmacht ist, das Verständnis
von Macht so klar darzustellen, das jedes Kind ihm folgen kann und so
ein Paradox der impliziten Gemeinschaft der Klassen zu untermauern.
Seine Ideologie beschreitet einen Weg, der ein Kollektiv von Menschen
hinter geschlossen Türen vermittelt und doch das Sonnenlicht
aufzeigen soll. Seine Laufbahn ist gespickt von Irrlichtern, was man
an den Widersprüchen sieht die er verspricht. Am Ende des Tages wird
man nicht sagen können, welcher Mann und welche Frau von diesem
verschwommenem Wesen entrückt wird. Und auch wenn es nicht sein Sieg
sein wird, den sowohl Republikaner, als auch Demokraten feiern
werden, ist es sein Vermächtnis, das verweilen wird. Eine gespaltene
Einigkeit.


Dagegen steht die Rebellion, die ihren
Sachverständigen in Bernie Sanders fand. Er versucht den Sargnagel
auszutreiben, wie ein Held in letzter Not. Je vehementer der Gegner
und seine Legionen kämpften und verbal peitschen, desto stärker
ertönt das Echo aus der linken Ecke. Und auch wenn ihr Held sich
nicht in seinem demokratischen Gespann durchsetzen konnte, so ist
sein letzter Trumpf nicht verloren. Wie ein Netz legt sich seine
Ideologie über seine Mitstreiterin. Unter dieser starken
Beeinflussung kann sie nicht anders, als den Stimmen Gehör
verleihen, so ihr Kurs glitt in Richtung seiner gefallenen Träume
der Präsidentschaft. Ein kleiner Sieg am Ende der Fahnenstange.


Und eben dieses Widerhallen, die
Stimmen und die Kraft, die dem Volke entspringt zeigt, dass man, im
Sturm operativ erblindet, einen negativen Pol braucht, um das gute zu
distinguieren. Ob er nun ein Wolf im Schafspelz, oder ein Schaf im
blutigen Fell eines verzweifelten Raubtiers ist, kann ich nicht
sagen. Hier steht er am Podest, prahlt und verteufelt. Doch
vielleicht ist es genau das, was die Menschen brauchen, um zu
verstehen, was es heißt sein Leben im politischen Umfeld zu
gestalten. Viva la Demagogie. Ein Hoch auf die Probleme, auf dass sie
tief fallen.


Donald Trump ist nicht der Held, den
Amerika verdient, aber der Held, den Amerika braucht.